Ziemlich massive Schäden am Mauerwerk des Turms der St.-Laurentius-Kirche sowie an der Schindeleindeckung des Turmkopfes waren im Vorjahr bei Untersuchungen der Architekten von FF Architekten im Auftrag der Kirchengemeinde Kosel festgestellt worden. Über die derzeit geplante Grundsanierung des Gebäudes aus dem 12. Jahrhundert wurde beim Empfang der Kirchengemeinde informiert. Dabei wurde über mehrere denkbare Bauabschnitte berichtet, die nach bisherigem Stand der Ermittlungen rund 1,1 Millionen Euro Kosten verursachen könnten.

Architekt Dietrich Fröhler sprach von einer Grundsanierung des Gebäudes, wobei sowohl das Dach (mit Gebälk, Auflager und Decke), das Mauerwerk wie auch der Innenraum samt Licht, Elektrik, Belüftung und Beschallung betrachtet werden müssen. Als die größten Schäden nannte Fröhler offene Fugen im Mauerwerk, besonders im Turm. „Wenn dort Wasser eindringt und friert, führt das zu großen Schäden, der Turm ist stark gefährdet“, sagt er auf Nachfrage der EZ . Dringenden Handlungsbedarf machte der Architekt an der Schindeleindeckung des Turmkopfes aus. Dort gibt es Löcher.

„Wir sind froh, dass wir nun soweit sind, über eine Sanierung der Kirche zu sprechen“, stellt Pastorin Susanna Kschamer fest. Die Kirche sei viel mehr als nur ein Ort des Glaubens, sie sei auch ein wertvolles Kulturgut, ergänzt Dorothee Gräfin zu Knyphausen als stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderates, „das erhalten werden muss“. Der Kirchengemeinderat fühlt sich mit den FF Architekten sehr gut beraten. Junior Filip Fröhler hatte vor wenigen Jahren die Sanierung der Fleckebyer Kreuzkirche begleitet.

Hinsichtlich der Finanzierung gilt es in diesem Jahr Fördertöpfe zu finden, Anträge zustellen und auf Zuwendungen aller Art zu hoffen, so Pastorin Kschamer. So werden sie die Stiftung Deutscher Denkmalschutz und das Landesamt für Denkmalpflege ebenso um Zuschüsse anfragen, wie den Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde und die Nordelbische Kirche. Eingebunden wird auch der Förderverein für die Kirchengemeinde Kosel, der vermutlich eher für Anschaffungen im Innenraum der Kirche sorgen wird, so zu Knyphausen.

Der Kirchengemeinderat geht davon aus, dass seine Bemühungen um Zuschüsse durch die Ergebnisse dendrochronologischer Altersbestimmungen von Dachbalken erleichtert werden. „Einzelne Balken wurden auf das Jahr 1185 datiert“. Damit gebe es nun auch Beweise für das hohe Alter der Kirche. Plan ist es, in diesem Jahr die Finanzierung zu sichern, um dann in 2020 mit den Bauarbeiten zu beginnen. Dietrich Fröhler geht davon aus, dass es mehrere Bauabschnitte geben wird, einfach, um so auch die Finanzierung zu erleichtern. Die Reihenfolge der Arbeiten und das Renovierungsgutachten sind noch in Arbeit, so der Architekt.

Mit Spannung betrachtet der Kirchengemeinderat die Veränderungen im Innern der Kirche. So ist angedacht, das Taufbecken mehr in die Kirche hineinzuholen und es vor den Altarraum zu platzieren. Im Altarraum und auch dem Kirchenschiff soll ein modernes Beleuchtungskonzept Objekte und auch die Wandmalerei an der Decke im Altarraum ins richtige Licht setzen. Attraktiv wäre auch die Schaffung einer Sakristei, über die die Kirche derzeit nicht verfügt. Nicht benötigte Gottesdienstgegenstände werden zur Zeit verdeckt hinter dem Altar gelagert. Die Sakristei könnte im nicht genutzten Turmfuß einen Platz finden. Im Zuge der Arbeiten sollen die Wände geweißt und die Orgel gereinigt und gesäubert werden. „Wir arbeiten in enger Absprache mit dem Denkmalamt und Dr. Deert Lafrenz“, betont die Pastorin und gibt sich zuversichtlich, dass es in 2020 los geht.

Spenden sind willkommen auf das Konto der Kirchengemeinde Kosel, IBAN: DE21 5206 0410 7706 4041 20 oder an den Förderverein für die Kirchengemeinde Kosel IBAN: DE86 2105 0170 1400 1550 06

168 | 86 Wolfgang Dreesen
Letzte Aktualisierung: 23.01.2019

Quellenangabe und Copyright:
23.01.2019 | Dirk Steinmetz | Eckernförder Zeitung, shz.de
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