Wer nicht Anlieger in der Alten Landstraße oder im Koseler Weg ist, oder nur über diese Zufahrt zu seinem Gebäude kommt, der muss mit Geldbußen rechnen, wenn er die Straße nutzt. Gestern Morgen kontrollierte die Polizei Kraftfahrzeuge am Koseler Hof und verteilte die ersten Bußgelder oder klärte auf. Grund für die Bußgelder sind am Dienstag aufgestellte „Durchfahrt Verboten – Anlieger Frei“ - Schilder an den Zufahrten in Kosel und am Gammelbyer Weg.

„Wir mussten reagieren“, sagte Kosels Bürgermeister Hartmut Keinberger am Mittwochabend bei der Sitzung der Gemeindevertretung. So hätten sehr viele Autofahrer die Alte Landstraße und den Koseler Weg als Ausweichstrecke für die gesperrte B 76 gewählt, anstatt die offiziell vom Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) ausgewiesene Umleitung über Barkelsby (L 27) und Rieseby (L253) zwischen Eckernförde und Schleswig zu nehmen. Frei ist die Durchfahrt zusätzlich zu Anliegern für den Linienverkehr.

„Anlieger haben sich massiv beschwert, dass die Leute viel zu schnell fahren“, sagte Keinberger. So gilt in der gesamten Straße Tempo 30. Hinzu komme, dass auch Lkw die Straße als Ausweichroute nahmen, obwohl dort nur Lkw bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht zugelassen sind. Die Folge: Hohes Tempo, viel Verkehr und zu schwere Fahrzeuge beschädigen Fahrbahn und Bankette. Schon innerhalb weniger Tage habe die Straße massiv gelitten. Die Gemeinde hat den Zustand vor der ungewollten Nutzung als Abkürzung zur Umleitung dokumentiert. „Ich habe schon vor der Sperrung der B 76 auf die Gefahr hingewiesen“, erklärte Keinberger. Aber es dauerte eine Woche, bis jetzt im Dialog mit Polizei, LBV, Verkehrsaufsicht und Planungsbüro die Sperrung eingerichtet wurde. Der Gemeinde sei es klar gewesen, dass viele Autofahrer natürlich mit Navigationsgerät fahren und dann automatisch auf die kürzere Verbindung kommen. Deutlich mehr Ausweichverkehr wurde auch von der Strecke über Hummelfeld und Osterby gemeldet, berichtete Amtsdirektor Gunnar Bock.

Planmäßig soll der erste Bauabschnitte der B 76 zwischen Koselfeld und Abzweiger K 57 (Kochendorf) am 13. Oktober fertig sein. „Wir hoffen früher“, so Keinberger. Als „eine Zumutung“ bezeichnete eine Leserin die Umleitung über Rieseby. Sie müsse täglich von Eckernförde nach Schleswig pendeln, das koste sie je Tour wenigstens 30 Minuten mehr Zeit. Für Pkws sollte die Sperrung aufgehoben werden, für Lkws könne sie ja weiter gelten, so ihre Forderung. dis

531 | 142 Wolfgang Dreesen
Letzte Aktualisierung: 21.09.2017

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21.09.2017 | Dirk Steinmetz | Eckernförder Zeitung, shz.de
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