Kosel

Auszüge aus: Historische Wanderung Teil I (Kosel, Weseby, Missunde und Ornum, erarbeitet von Heinz Zimmermann-Stock und Heinz Bannick, Fotos von Uwe Schamp, Eigendruck 2006. Die Broschüren Teil I und II sind im Landgasthaus „Koseler Hof“ erhältlich.

Machen Sie sich auf zur historischen (Rad-)Wanderung durch Kosel und Umgebung. Stellen Sie sich genau an die Spitze des unbebauten Dreiecks an der großen Kreuzung in Kosel gegenüber der Gaststätte Koseler Hof. Sie haben an diesem Dreieck einen guten Platz im Dorf gewählt, denn von hier aus können Sie das Pastorenwitwenhaus am Ende des Dreiecks, das Pastorat am Ende des Weges „An der Kirche“, die alte Schmiede in der Alten Landstraße, die Gastwirtschaft Koseler Hof diagonal gegenüber an der Ecke und die ehemalige Kroymannschule im Schwansenweg erblicken. Einen zentraleren Standort gibt es in Kosel nicht. In früheren Zeiten bis etwa 1835 war diese Straße eine wichtige Nord-Süd Verbindung. Sie führte von Lübeck über Kiel-Gettorf-Eckernförde-Kosel-Missunde-Tolk-Wellspang-Scholderup nach Flensburg. Durch den Bau der Chaussee aus der schließlich die B76 wurde, verlagerte sich der Verkehr aus Kosel raus und ohne Schleiüberquerung. Die B 76 hat eine besondere Geschichte, die hier nicht unerwähnt bleiben sollte. „In der Napoleonischen Zeit begann  man in Norddeutschland mit dem Bau von Chausseen. Als die holsteinischen Truppen 1814 im Hannöverschen zum ersten mal eine Chaussee betraten, waren sie des Lobes voll über diese französische Anlage, die mit deutschem Gelde gemacht war. In Schleswig-Holstein erbaute man 1830 die erste Chaussee von Altona nach Kiel. Daran schloss sich 1842 die Kiel-Schleswiger Chaussee, die als Staatschaussee (Königsweg) ausgebaut wurde. Zur Tragung der Unterhaltskosten erhob die dänische Verwaltung von den Passanten einen Abgabe, das Chausseegeld. Die Wegestrecke war in Abschnitte geteilt; am Ende jedes Abschnittes sperrte ein Schlagbaum die Straße. In den Häuschen daneben wohnte der Chausseegeldeinnehmer, der nach Erlegung des Geldes den Schlagbaum hob und die Strecke freigab. Unter preußischer Regierung wurde die Abgabe aufgehoben. Hier in unserer Nähe gab es solche Häuser in Grasholz, Fleckeby und dem Grünenjäger. Eigentümlich für Kosel ist die flache sandige Gegend, die sogenannte Koseler Heide, welche sich von Kosel bis Kochendorf erstreckt. Die moorigen Gegenden Schwansens entwässern nach zwei Seiten, „nach Westen bilden die vereinigten Abwässer einen Nebenfluss der Kollholmer Au, welche in dem Kollholz entspringt. Es ist der größte Wasserlauf Schwansens, der eine Ausdehnung von etwa 18 Kilometer hat; Quelle und Mündung sind in Luftlienie 9 ½ Kilometer voneinander entfernt. Die Au läuft durch Loose, Barkelsby, Gammelby, Kosel, wo sie den Namen Koseler Au führt, trieb dort dann bis zum Jahr 1857 die Ornumer Wassermühle an und mündet dann im Ornumer Noor.

Geschichtlicher Überblick: Kosel

Das Alter des Dorfes Kosel ist nicht genau auszumachen. Woher der Name Cosel / Cosleve stammt, aus dem jütischen Sprachgebrauch oder aus dem sächsischen oder wendischen, ist umstritten. Christian Kock schreibt in seiner Volks- und Landschaftskunde, dass die Endung „lev“ nicht aus dem jütischen Sprachbereich komme und viel älteren Ursprungs sei. Und tatsächlich spricht vieles laut Duden dafür, dass der Name aus Sachsen / Schlesien / Tschechien stammt. Im Slavischen heißt Kosel Ziege/Ziegenbock. Dort gibt es häufiger diesen Namen. Um 800 war Holstein von Sachsen besiedelt. Das Historische Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein verweist dagegen auf die Namensverwandtschaft zu dem Ort Koslev im Amt Odense (Jütland / Dänemark) und deutet Cosleve wie folgt: Lev (d.h. Hinterlassenschaft, Erbe, Besitz) des Kuse. Kuse soll ein Rufname ein. Übrigens: Die heutige Schreibweise von Cosel mit „K“ bürgert sich erst ein als Schleswig-Holstein preußische Provinz wird. Ausgrabungen in Kosel haben nachgewiesen, dass es im Dorfbereich eine Siedlungsgeschichte mit jahrhundertelangen Unterbrechungen von der Steinzeit, über die römische Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit bis zur Wikingerzeit gibt, an die sich dann das Hohe Mittelalter vermutlich nahtlos anschließt. Wegen der Schleienge in Missunde kommt Kosel offensichtlich im Verlauf der Geschichte eine besondere Bedeutung zu. Im 12. Jh. ist Cosel oder Cosleve bischöfliches Lehen des Bischofs von Schleswig. Der Bischof von Schleswig verleiht Cosleve (im 12. Jh.) an die von Norland, die mit denen von der Wisch eines Stammes waren. Später besitzen die Walstorp zu Sönderby Kosel und verkaufen es mit den Dörfern Kiel und Weseby wiederum 1465 an das Domkapitel Schleswig. So gehört im 15. Jahrhundert die Kirche wie das Dorf zum Domkapitel Schleswig. Nach der Reformation wird die Gemeinde Kosel zu einer königlichen Verwaltungseinheit. Sowohl das Domkapitel als auch die königliche Verwaltungseinheit schützten die Koseler Bewohner vor dem Zugriff der umliegenden Gutsbesitzer. Das ist von Vorteil für die Bauern von Kosel und Weseby. Sie sind „feste Bauern“, keine Leibeigene. Das bedeutet für sie, dass sie ihren Bauernhof, oder die Landstelle an einen Nachfolger vererben können, der dann einmalig ein Festegeld an den König zu zahlen hat. Nach dieser Zahlung ist er ein freier Eigentümer. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) sah sich der Dänenkönig Christian IV. im Frühjahr 1625 veranlasst, zum Schutz der Evangelischen, als Herzog von Holstein war er ja deutscher Fürst, einzugreifen, wurde aber von Tilly geschlagen und Wallensteins Truppen durchstreiften das ganze Land bis an die Südspitze Jütlands. Weseby ging fast ganz in Flammen auf, in Kosel brannten mehrere Häuser und die Wassermühle (sie wurde nicht wieder aufgebaut und die Einwohner von Kosel und Weseby wurden zum Malen an die Ornumer Mühle verwiesen). In Missunde versenkte man die Fähre. Auch die Pest (der schwarze Tod) folgte den Kriegsspuren und suchte auch Kosel heim. Schließlich haben die Schleswig-Holsteinische Erhebung (1848-1850) und der Schleswig-Holsteinische Krieg 1864 (Kosel war Verbandsplatz), wie bereits erwähnt, Kosel und Missunde zu einem besonderen Schauplatz der Kriegsgeschichte gemacht. „In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts wird die Verwaltung des bisherigen Amtes Gottorf neu geregelt. Die Hüttener Harde wird aus diesem ausgegliedert und zu einem Amt erhoben. Das ist der Vorläufer unseres Kreises (Anm. Rendsburg-Eckernförde). 1777 werden die Domkapiteldistrikte aufgehoben. Die Dörfer Kosel und Weseby werden in das Amt Hütten eingegliedert und damit selbständige Gemeinden, an deren Spitze der Bauernvogt steht. Als Schleswig-Holstein 1866 preußisch wird, ändert die preußische Verwaltung einige Strukturen, den Dörfern blieb aber die Selbständigkeit erhalten. Nach dem Ersten Weltkrieg werden die bisherigen Gutsbezirke (1928) aufgelöst. Eschelsmark kam zu Bohnert, Ornum mit Missunde zu Kosel. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlässt der Landtag 1949 eine Amtsordnung, die Kosel zum Amt Fleckeby und Bohnert zum Amt Rieseby schlägt. 1966 wird die Amtsordnung wiederum geändert und 1970 wird das Amt Schlei gebildet, zu dem nun die Ämter Fleckeby und Rieseby gehören, vier Jahre später folgt eine Kreisreform, Kosel liegt seitdem im Kreis Rendsburg-Eckernförde. 1977 erfolgte die Zusammenlegung der Gemeinden Bohnert und Kosel. Zur Kommunalgemeinde Kosel gehören heute die Dörfer Bohnert, Kosel, Missunde und Weseby. Die Kirchengemeinde Kosel ist größer und umfasst zusätzlich Ahrensberg, Fleckeby, Götheby, Güby, Holm, Hummelfeld, Louisenlund und Wolfskrug. Die Sitze in der Gemeindevertretung (Stand 20.01.2010) sind wie folgt verteilt: 8 CDU, 3 Freie Wählergemeinschaft Kosel, 1 Die Grünen und 1 Südschleswigsche Wählervereinigung. Die CDU stellt den Bürgermeister.

Schule

Wir beginnen mit der historischen Wanderung. Werfen Sie einen Blick auf den Koseler Hof und auf die leere Rasenfläche des Dreiecks, auf dem früher eine Schule stand. Koseler Hof und Schule wurden während des Gefechtes bei Missunde 1864 als erste Verbandsplätze genutzt. Schauen Sie nun den Schwansenweg hoch, dann sehen Sie auf der linken Seite die neue Schule, die heute die „Alte Schule“ bereits wieder ist. Sie trägt den Namen: Jürgen-Kroymann-Schule. Benannt nach dem berühmtesten Lehrer Kosels, der als Rechenmeister und Schulmeister auf höchstem Niveau im ganzen Land bekannt war. Später wurde er an das durch den Dänenkönig Christian VI. im Jahr 1738 gegründete Gymnasium Christianeum in Altona berufen und hat dort ein bedeutendes Buch über Mathematik herausgegeben. Kroymann hat in Altona bis ins hohe Alter von 80 Jahren unterrichtet. Das Schulleben fing in Kosel Anfang des 18. Jd. an. Auf Weisung des Pastors verdiente sich der Küster Horn (1706-1740) ein Zubrot durch Unterrichten von Kindern in seiner Wohnung. Er muss besondere pädagogische Fähigkeiten besessen haben, denn der Zulauf der Schüler stieg an, der Platz wurde eng in der Küsterwohnung, so dass er schließlich aus eigenen Mitteln ein Schulhaus baute. Auch hatte er an dem Schulhaus einen Schornstein abringen lassen, was zu dieser Zeit ungewöhnlich war, denn der Rauch entwich vom Feuerherd aus der großen Tür und aus mehreren Öffnungen im Dach. Die Gemeinde wehrte sich lange gegen eine Beteiligung an dieser Schule bis sie schließlich dann doch einwilligte, dem Küster jährlich 2 Taler zur Unterhaltung beizusteuern. Der Druck kam wohl von der königlichen Schulkommission 1738, die davon erfahren hatte und anordnete, dass der Schuldistrikt sich soviel wie möglich an den Kosten zu beteiligen habe. „Als Lorenz Nissen 1778 die Stelle in Kosel antrat, hatten im alten Küsterhause die Mäuse und Ratten dergestalt überhand genommen, dass er ihnen das Feld räumen musste. Er ging in Kost und Logie bei einem adeligen Schneider. Seit 1891 ist die Schule zweitklassig und in ihr werden Kinder aus Kosel, Schoolbek und Weseby unterrichtet.  Als diese Schule hinfällig war, wurde 1818 ein neues Schulgebäude errichtet gegenüber dem Krug auf dem Dreieck, vor dem Sie nun stehen. Es brannte bereits 1837 zusammen mit der Gastwirtschaft Koseler Hof und der Bäckerei ab, die dem Dreieck direkt gegenüber lag. Der Ersatzbau der Schule befand sich nach 70 Jahren in einem katastrophalen Zustand. 1912 wurde die neue Schule mit Schulhof an dem heutigen Standort im Schwansenweg bezogen. Allerdings brannte auch diese im Jahre 1959, ein Jahr später konnte aber bereits in ihr weiter unterrichtet werden. Es gibt heute in Kosel keinen Schulunterricht mehr, 1969/70 wurden die Schulen in Kosel und Missunde aufgelöst. Die Koseler Schule wird jetzt von der Kommunalgemeinde genutzt, die Missunder Schule wurde verkauft. Die Grundschüler der Dörfer Kosel, Missunde und Weseby besuchen die Schule in Fleckeby, die Hauptschüler besuchen die Schule in Rieseby. Realschüler fahren nach Eckernförde, Gymnasiasten können nach Eckernförde, Schleswig oder an die Privatschule in Louisenlund gehen. Um einen kleinen Einblick in das Schulleben vergangener Tage zu geben, sei hier noch einmal der Küster Horn erwähnt. Das von ihm selbst finanzierte Schulgebäude war für 50 Kinder gedacht, davon kamen aber nicht alle in den Unterricht. Drei wurden im Rechnen und zehn im Schreiben unterrichtet. Wenn das Torfstechen den Bewohnern Geld einbrachte, konnten der Schulmeister und Küster „für ein Kind, das im Lesen und Christentum unterrichtet, 1 Schilling, für ein Kind, das Vorstehendes zunebst schreiben lernet 1 ½ Schilling, für ein Kind aber, das lesen pp. schreiben zugleich rechnen lernen soll 2 Schilling wöchentlich“ nehmen. Eine allgemeine Schulpflicht wurde erst eingeführt als Schleswig-Holstein 1866 preußische Provinz wurde. Pastorat Jetzt schauen Sie bitte in den Weg „An der Kirche“. Ganz im Hintergrund liegt das Pastorat. Nach einem Brand des Pastorats 1874, bei dem alle Kirchenbücher (auch die im Küsterhaus aufbewahren Kopien) mit verbrannten, ist es 1875/76 im damals modernen Villenstil wieder aufgebaut worden. Der amtierende Pastor der Gemeinde, Jens Lehmann, weiß zu berichten, dass die Pastorenvilla mit Freitreppe und Rondelauffahrt bewusst so gebaut wurde, damit der Pastor im Ort mit seinem Wohnsitz in Nichts den Gutsherren nachstehen sollte. So wie man bei einer Visite bei Gutsherrn auf der Freitreppe zu ihnen hochsteige, so sollten nun auch die Gutsherren, wenn sie zum Pastor kommen, zu ihm hochsteigen. Obwohl die Pastoren nach der Reformation in Kosel zu allen Zeiten auch ohne Freitreppen sehr angesehen waren, hatten sie doch ein hartes Leben. „Nach der Einkoppelung 1794 gehörte der Koseler Kirche eine halbe Hufe, womit sie ein Halbhufner war. Dieses Land diente der Ernährung des Pastors. Ein Gehalt, so wie es die Pastoren heute erhalten, gab es damals nicht. Kam ein junger Pastor nach Kosel und musste sich dort eine Existenz aufbauen, war er gezwungen, das Vieh, die Pferde und die Vorräte von seinem Vorgänger oder dessen Witwe zu erwerben. – Da schon früher die Frauen oftmals ihre Männer überlebten, gab es das Pastorenwitwenhaus. Dieses Gebäude steht heute noch neben dem Fahnendreieck (Anm. Auf dem Ende des unbebauten Dreiecks vor dem Sie stehen). 1880 musste der neue Pastor der Witwe z.B. 84 Mark zahlen. Sie bekam auch die Zinsen eines Reutzischen Legats, das erst nach Ableben der Witwe dem Pastor zustand. Der Pastor lebte aber nicht nur von den Ländereien, die ihm zur Versorgung zustanden. Für die Gottesdienste und Amtshandlungen wie Taufe, Konfirmation, Abendmahl Beichte, Trauung, Beerdigung stand ihm eine Bezahlung zu.

Ehrenhain

Wir begeben uns nach ein paar Schritten auf der Landstraße in Richtung Fähre Missunde, die in diesem Straßenabschnitt auch „An der Kirche“ heißt. Nach etwa 100 Metern erblicken wir auf der rechten Seite die Gruppierung zweier Ehrenmale für die Gefallenen beider Weltkriege. Viele Familiennamen bekannter Koseler Bürger werden Sie auf den Steinen entziffern können. Zum Volkstrauertag versammelt sich hier die Gemeinde zum Gedenken. Bürgermeister und Pastor halten eine Ansprache, das Schleiblasorchester spielt: „Ich hatt´ einen Kameraden“.

St. Laurentius Kirche

Dem Ehrenhain schließt sich der Friedhof an, der die Form eines Schiffrumpfes bekommen hat. Große Linden säumen den Weg zur Kirchentür. Das Gotteshaus ist ganzjährig geöffnet für jedermann. Das nebenstehende Foto ist wie ein Symbol. Es sagt uns: Tretet ein. Bewundern Sie die Schätze in unserer Kirche, in der seit vielen Jahrhunderten die Generationen Kosels getauft, konfirmiert, getraut und beerdigt werden. Der Weg der Geschichte der christlichen Kultur hat in Kosel besondere Spuren hinterlassen. Unter dem Dänenkönig Sven Estridsen (1047-1074) wurde Dänemark endgültig christianisiert. „Er festigte die Bistümer in Dänemark und teilte das ganze Land in Kirchspiele ein. Da diese Einteilung im Großen und Ganzen fast unverändert geblieben ist, dürfte dies auch für das Kirchspiel Kosel zutreffen. In Dänemark, das damals bis zur Eider reichte, standen in jener Zeit sehr viele Holzkirchen. Fast so viele Holzkirchen wie alte Kirchen auf unsere Zeit überkommen sind. Diese Holzkirchen sind alle vergangen. Aber an ihrer Stelle wurden Steinkirchen errichtet. Und nichts spricht dagegen, dass dies auch in Kosel der Fall war, zumal Kosel und auch Weseby stets in einer besonderen Weise unter dem Einfluss des Bischofs und des Domkapitels Schleswigs standen. Da die Koseler Kirche um 1400 als Kapelle bezeichnet wurde, liegt es nahe, dass sie von einer Mutterkirche gegründet worden ist (St. Petri Dom Schleswig?) und von dort aus mit einem zweiten Priester bedient wurde, welcher den Namen Kapellan erhielt. Priester im Hauptamt wurden Kirchherr genannt. „So wurden um 1400 Rieseby, Borby, Sieseby und Schwansen (Karby) als Taufkirchen, Waabs und Kosel dagegen als Kapellen angeführt, was auf eine anfängliche Abhängigkeit hinweist. Manche Kapellen gingen nach Einführung der Reformation ein wie die zu Patermeß und Finsterstern. Der Koseler Kirchbau mit seinem Langhaus und Altarraum ist in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts nachgewiesen. Sie ist eine romanische Rundturmkirche (zugemauerte romanische Rundbogenfenster in der Nordwand) teils aus Granitfindlingen und teils mit roten Ziegeln erbaut. Obwohl in Jütland zur selben Zeit sehr viele Kirchen gleichen Stils gebaut worden sind, weist die Koseler Kirche dennoch starke Einflüsse holsteinischer Kirchbauart auf, wie z.B. ein Vergleich mit der Kirche von Ratekau, die auch im 12. Jahrhundert erbaut worden ist, zeigt. Jütische Kirchen sind in der Regel aus gleichmäßig bearbeiteten Granitquadern gebaut, holsteinische Kirchen, wie eben auch die Koseler, stehen auf unbehauenen bzw. nur einseitig bearbeiteten Granitsteinen. Auch der Rundturm, der im jütischen Bereich nicht vorkommt, weist auf Holstein hin. Das verwundert nicht, denn die holsteinische Ritterschaft hatte zur Zeit des Kirchbaus sich bereits in Kosel und Umgebung niedergelassen. Das geschah, weil 1260 Waldemar, der Sohn des Brudermörders Abel, sich als Herzog von Schleswig in dänischer Gefangenschaft befand, er hatte mit Norwegen und Schweden gegen den dänischen König operiert, und seine Mutter für seine Auslösung 8.000 M zahlen musste. Die verschaffte sie sich durch Übertragung des Distrikts zwischen Eider und Schlei, also auch Schwansen, an die holsteinischen Grafen Johann und Gerhard. War es zunächst als Pfand gedacht, ging 1288 das Land in den Besitz der Holstenherren über. So sind viele holsteinische Ritterfamilien in diesem Jahrhundert auch in Schwansen nachzuweisen. Die Annahme, dass der wohl 100 Jahre später an die Kirche angebaute festungsartige zwei Meter dicke Turm nicht nur ein Glockenturm, sondern zugleich auch ein Wachturm sei, ist wohl nicht ganz von der Hand zu weisen. Der Turm lieferte eine gute Aussicht auf Missunde und den auf der anderen Seite der Schlei operierenden dänischen Herzog, der meistens nicht gut auf die Holstenherren zu sprechen war. Die Kirche wurde dem Heiligen Laurentius geweiht. Geschah diese Namensgebung in Gedenken an die Laurentiusnacht am 09. August 1250 als der dänische König Erik vor Missunde auf Anstiftung seines Bruders in der Schlei geköpft wurde? Die Kirche kam 1465 unter das Schleswiger Domkapitel. Der Edelmann Otto Walstorp zu Sönderby verkaufte ihm die Kirche und die Dörfer Kosel, Weseby und Kiel für 1900 Mark. „Wie der Bischof hatte auch das Domkapitel Besitzungen, die im ganzen Lande zerstreut lagen, bald ganze Bauernhufen, ja Dörfer, auch Waldungen. Darüber gab es eigene Register. Jede Kirche hatte einen Pfarrherrn, den Rektor der Kirche, in vielen Gotteshäusern waren Nebenaltäre für verschiedene Heilige, jeder Altar wurden von einem eigenen Vikar versehen. Bald „hielt die Reformation ihren Eingang und mit ihr Luthers Neuerungen beim Gottesdienst, der gemeinsame Gesang von Kirchenliedern, die Kinderlehre und vor allem die deutsche Sprache in der Kirche. Kirchenlieder, Bibeltext und Predigt redeten in der plattdeutschen Sprache. Ein Patronatsrecht konnten die adligen Geschlechter über die Kirche in Kosel nie erlangen, es stand ausschließlich dem dänischen König zu. Darum war die Kirche wohl nicht immer in einem guten Zustand, denn die sie nutzenden Gutsherren waren zur Instandhaltung nicht verpflichtet. „Erst als 1646 Pastor Flor sein Amt angetreten hatte und bei den Gutsherren auf Eschelsmark und Ornum Eingang fand, konnte er dort das Interesse an einer Instandsetzung der Kirche wecken. In den folgenden Jahren erhielt der Turm und die Kirche ein Schindeldach. Aus dieser Zeit stammen die Deckenmalereien im Altarraum, die 1968 freigelegt worden sind, und die Wandmalereien, die die 12 Apostel darstellen und 1863 zerstört und übertüncht worden sind.„Die Decke stellte, wie ein Wanderer 1839 schreibt, das Schicksal des Himmels und der Hölle begreiflich vor Augen. Es waren zwölf Apostelbilder vorhanden mit gereimten Unterschriften der Stifter. Das Altarblatt ist 1660 gemacht und würde besser wirken ohne den weißen Anstrich. Die Kanzel ist älter, gute Renaissancearbeit. Den schönen alten Taufstein hat man als Kanzelfuß entwürdigt. Auf dem Fußboden liegen mehrere Grabsteine mit eingehauenen Bildern und Inschriften. Die sehr schöne romanische Kreuzgruppe ist im Thaulowmuseum zu Kiel.Nach der Zerstörung des Thaulowmuseums im II: Weltkrieg ist sie ins Gottorfer Landesmuseum überführt worden. Es wird behauptet, dass der damalige Pastor dieses 1863 vornehmen ließ, weil die Konfirmanden mehr die Verse unter den Bildern studierten als nach der Predigt hörten.Über die Jahrhunderte ist diese romanische Kirche immer wieder in ihrem Aussehen verändert worden. Die Feldsteine sind aber geblieben wie der für Kosel typische Rundturm, mit seiner, wie gesagt, umstrittenen Funktion (Wehrturm oder nur Glockenturm?).Die Glocke wurde von Claus Asmussen in Husum gegossen. Eine gute Beschreibung der Kirche liegt am Kircheneingang aus.

Friedhof

Die Kirche dient der Gemeinde gleichzeitig als Friedhofskapelle. Von hier aus werden die Verstorbenen zur letzten Ruhestätte von der Gemeinde begleitet. Das war nicht immer so. In früheren Zeiten wurden die Verstorbenen im Hause aufgebart und im Hause ausgesegnet. Dann ging es zum Friedhof. Traditionell gab es anschließend Frische Suppe für die Trauergäste. Riesige Grabplatten aus dem 16. und 17. Jahrhundert lehnen außen an der Kirchenwand und zeugen von großen holsteinischen Ritterfamilien der Umgebung. Sie lagen bis zur letzten Kirchenrenovierung im Mittelgang der Kirche. Der Friedhof ist in Schiffsform angelegt und an einigen Stellen noch von einer alten Feldsteinmauer umgeben. Offensichtlich galten auch hier in früheren Zeiten strenge Bestattungsregeln. Mördern und Selbstmördern wurde nur eine Bestattung an der Kirchenmauer erlaubt, wie aus dem Kirchenbuch der Gemeinde Kosel über einen Streit des Besitzers der Ornumer Mühle mit einem liederlichen Menschen, der in Kosel eine Witwe geschwängert und das Haus des Müllers in Kosel angesteckt hatte, zu erfahren ist. Als dieser schließlich vom Müller erschossen wurde, begrub man ihn ohne Kopf an der Friedhofsmauer. Den Kopf hatte der „Physikus“ zum Sezieren mitgenommen. Kriegsgräber: An der Ostseite der Kirche steht ein Granitstein für 10 Gefallene bei der Schlacht in Missunde 1864, die am 7. Februar unter dem Ehrengeleit einer Kompanie des preußischen Infanterie-Regiments Nr. 15 auf dem Kirchhof beigesetzt worden sind. Wenige Schritte daneben befinden sich zwei schräg liegende Eisenplatten (1873 angefertigt) auf Feldsteinfundament mit dahinterstehendem Kreuz. Sie sind den gefallenen Preußen von 1864 (linke Platte) und den Gefallenen Söhnen des Kirchspiels Kosel im Krieg gegen Dänemark und gegen Frankreich 1870/71 gewidmet. Unter einer Traueresche nahe der Ostkirchenmauer befindet sich ein Findling mit eingelegter Marmorplatte zum Andenken an den bei Missunde 1864 gefallenen Leutnant Ernst Kipping. Ernst Kipping war Secondelieutenant der 3. Haubitz-Batterie der brandenburgischen Artillerie-Brigade Nr.3. Er war der jüngste Sohn des Superintendenten in Bernau (bei Berlin), weiß Fontane zu berichten. Leutnant Kipping ist in Bernau kein Unbekannter gewesen, wie man aus der Bernauer Stadt-Chronik ersehen kann. Über den Donner von Missunde berichtet der Chronist Wernicke: „Eingeleitet wurden diese großen Kriegsereignisse durch den Donner der preußischen Geschütze im Gefechte bei Missunde am 2. Februar 1864. Hier erhielt die reorganisirte preußische Armee die erste Feuertaufe; hier fielen für die große Sache die ersten preußischen Opfer, - und Bernau kann alle Zeit stolz auf dieses Anfangsgefecht sein, da zu den damaligen Kämpfern nicht nur Bernauer gehörten, sondern unter den an jenem Tage gefallenen 3 Offizieren sich auch ein Bernauer Stadtkind, ´der märk´sche Predigersohn` Artillerie-Lieutenant Kipping befand. Direkt gegenüber der Apsis der Kirche befinden sich die Pastorengräber. Dankbar erinnert sich die Gemeinde der Pastoren, die ihre Lebensleistung über Jahrzehnte ihres Berufslebens der Gemeinde geschenkt haben. Zwei kleine Kunstdenkmale unsers Landes sind dann rechter Hand (südöstlich der Kirche am Rande des Friedhofs) auf der Gruft des früheren Gutsbesitzerpaares Jacob und Julie Mylord zu finden. Das Grab ist erkennbar an den beiden Eisenkreuzen. Als Kleinkunstdenkmale sind die klassizistische Stele „Brandt“, die auf dem Grab liegt, und der zwischen den Kreuzen stehende klassizistische Obelisk mit der Aufschrift: „Denkmal der Elternliebe“ in einem Kunst-Topographischen Atlas erfasst. Über Julie Mylord sollte man wissen, dass sie 1864, nachdem die Preußen bei der Schlacht gegen die Dänen Missunde in Brand geschossen hatten, die Häuser mit Hilfe preußischer Reparationszahlungen wieder aufbauen ließ. Die von zwei Kanonenkugeln umgebenen Inschriften (18 - J M – 64) an zahlreichen Häusern in Missunde zeugen heute noch davon. J M sind die Initialen von Julie Mylord.  Wir verlassen jetzt den Friedhof an der Nordseite und begeben uns auf die Asphaltstraße Richtung Missunde.

Ausgrabungen „Kosel West“ und „Kosel Ost“

Beim Reiterhof, also im Westen Kosels, fanden Ausgrabungen vom Landesamt für „Vor- und Frühgeschichte von Schleswig-Holstein“ statt. Andere im Osten Kosels, siehe Skizze. Warum grub man? Es gab zuvor viele unübersehbare Hinweise, dass in „Kosel West und Ost“ einmal Wikinger gesiedelt haben müssten. Wikingerzeitliche dörfliche Siedlungsplätze sind in Schleswig-Holstein nahezu unbekannt. Wegen seiner geografischen (nahe der engsten Stelle der Schlei) und topografischen Lage (Anhöhe) hatte Kosel ganz offensichtlich eine besondere Bedeutung in dieser Zeit. Die Nähe an der Wikingerhandelsmetropole Haithabu ließ neue Erkenntnisse über das Leben der Wikinger erhoffen. Zunächst hat man 1975 bis 1976 und dann 1983 bis 1993, erstmals überhaupt im Nahbereich Haithabus, gegraben und große Flächen vom Humusboden befreit, um in der darunterliegenden Sandschicht nach Spuren der Wikingerzeit zu suchen. Mit einem um 740 n.Chr. gebauten 3,4 Kilometer langen Ostwall, der einen feindlichen Durchzug zwischen der Großen Breite der Schlei und dem Windebyer Noor hindern sollte, sicherten die Wikinger ihr Hinterland und ermöglichten Siedlungen wie eine nun in Kosel ausgegraben werden konnte. Seine Blütezeit erreichte Haithabu um 1000 n.Chr. Verfiel dann aber als im Jahre 1050 Harald der Harte von Norwegen Haithabu brandschatzte und als wenig später 1066 die Slaven unter Kruto diese Wikingermetropole plünderten. Davon erholte sich Haithabu nie mehr. In diese Zeit müssen wir uns hineinversetzten, wenn wir hier auf den Reiterhofplatz und die Koppeln schauen. Während der laufenden Ausgrabungen brachte man nicht nur Funde aus der Wikingerzeit zu Tage, sondern stieß auf vier verschiedene Siedlungsperioden: 1. Steinzeit (die Zeit der Megalithgräber ca. 3.000 v.Chr. 2. Römische Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit (100 v.Chr. bis 500 n.Chr.);  3. Wikingerzeit (8. bis 11. Jh.), deren Bebauung anschloss an die 4. Mittelalterliche Zeit bis heute. Eine durch alle Perioden durchgehende Besiedlung ist aufgrund der Funde unwahrscheinlich, wie auch siedlungs- und vegetationsgeschichtliche Untersuchungen durch Seebohrungen (Kernbohrungen) im Kollsee bestätigt haben. Interessant ist die Frage in diesem Zusammenhang, wie sich die dörfliche Struktur des Hohen Mittelalters aus dem Wikingerdorf Kosel entwickelte, denn um die Zeit von 1200 bis 1250 n.Chr. sind im Bereich Voßkuhl (Kosel) zahlreiche Funde gemacht worden. Haben die Slaven, die Haithabu plünderten auch Kosel heimgesucht? Kam Kosel eine strategische Bedeutung zu, weil es zwischen dem Windebyer Noor (Osterwall) und dem Befestigungssystem „Danewerk“ und Schlei liegt? Zu Ausgrabungen in Kosel kam es, weil der Koseler Hobbyarchäologe Schmiedemeister Helmut Hingst seit 1958 aus Liebe zu seiner Heimat über die Äcker mit gebeugtem Haupt ging, um Relikte aus historischer Zeit zu sammeln, die beim Pflügen aus dem Erdreich ans Tageslicht kamen. Er alarmierte auch das Landesamt als Bauarbeiter bei Arbeiten an den Außenanlagen des Reitstalls auf merkwürdige Bodenverfärbungen stießen. Nach seiner Theorie war zur Wikingerblütezeit Kosel der Hauptsiedlungsplatz der Wikinger, während Haithabu nur Handelsplatz war. Kosel liegt ca. 13 km von Haithabu entfernt. Seine Begründungen sind faszinierend und nicht einfach von der Hand zu weisen. Wahrscheinlicher ist, dass Kosel nach der Zerstörung Haithabus mehr Bedeutung zukam. Das alte Zentrum des Dorfes war Voßkuhl. „Das war eine kleine Sandinsel, die sich zwischen der Au und einem kleinen Bach gebildet hatte, der von einer starken Quelle gespeist wurde. Sie befand sich auf den Wiesen zwischen Theet und Heili und Hans Dreesen (Anm.: ungefähr Höhe Schwansenweg 18). Das Wasser floss damals durch den Pastorenteich zur Au. Diese Sandinsel bot nur einer begrenzten Anzahl Menschen Platz, die aber hier gut geschützt leben konnten. Während heute in der Voßkuhl 4 Bauernhöfe und vier Einfamilienhäuser stehen (Anm: heute -im Jahre 2006- gibt es dort nur noch einen Bauernhof), standen dort noch am Ende des vergangenen Jahrhunderts acht Bauernhöfe und zwei Katen. Zwischen dem alten und dem neuen Sielungsgebiet befand sich vermutlich in der Frühzeit eine heidnische Kultstätte. Später errichtete man dort die Kirche. Sie war ursprünglich aus Holz, später aber als Wehrkirche aus Stein gebaut. Die Auffälligkeit mancher Fundorte, die Hingst ausmachte, führte zu umfangreichen Ausgrabungen hier am Reitstall, wie bereits oben erwähnt, bis hin zum Gallbergring. Der Gallberg war wohl eine Hinrichtungsstätte. Aber auch auf der gegenüberliegenden Seite vom Reitstall, am Kollsee, und auf dem Feld auf der anderen Straßenseite, die nach Missunde führt, gab es Ausgrabungen. Weitere Ausgrabungen hat es in Kosel Ost gegeben. Dort hat man auf der Kuppe einer Moräne eine Siedlung und auf der gegenüberliegenden Moräne einen Bestattungsplatz gefunden, der insofern äußerst interessant ist, weil dort das Grab einer Fürstin aus dem 10. Jh. mit Beigaben und ein mit ihr bestattetes Pferdegespann entdeckt wurde. Darüber aber mehr, wenn wir am Ende unserer Tour wieder in Kosel angelangt sind. Was hatte man nun bei den Ausgrabungen gefunden? Es wurden „zwei wikingerzeitliche Siedlungen, das zugehörige Gräberfeld und weitere ältere Siedlungsspuren aus der Kaiser- und Völkerwanderungszeit entdeckt. Zwei Siedlungsareale werden nach ihrer Lage unterschieden: die ,,Westsiedlung" lag unmittelbar westlich der romanischen Feldsteinkirche (zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts), die "Ost - Siedlung" befand sich etwa 1 km östlich des Dorfes; in unmittelbarer Nähe lag auch das zugehörige Gräberfeld. Qualitätsvolle Funde datieren die ,,Westsiedlung" in das 9-10. und 11.-12. Jahrhundert, während die "Ost - Siedlung" ausschließlich im 10. Jahrhundert genutzt wurde. Das geborgene Fundgut besteht aus der normalen, durchschnittlichen Siedlungs- und Grabware aber zahlreiche wertvolle Einzelfunde belegen auch in Kosel die überregionalen Kontakte der Wikinger in den Süden und Norden Europas. Zwei unterschiedliche Haustypen lassen sich in der wikingerzeitlichen Siedlung von Kosel unterscheiden: kleinere eingetiefte Häuser, sog. Grubenhäuser und zu ebener Erde errichtete größere Pfostenbauten (redaktionelle Anm.: oberirdische Langhäuser). ... Die gleiche Ausrichtung aller Grubenhäuser von West nach Ost spricht für einen einheitlichen Bauplan. ... Auch wenn wir im Detail nicht über das Aussehen der Häuser informiert sind, so gibt doch die Rekonstruktionszeichnung einer Siedlungseinheit in Kosel einen ungefähren Eindruck über das erste Dorf. Die Ergebnisse der Untersuchungen in der Gemeinde liegen bereits zum Teil in umfangreichen Publikationen vor und haben Kosel weit über die Grenzen des Landes in der Fachwelt bekannt gemacht. Zu den Funden gehören neben Keramikresten auch Eisengeräte, Messer, Schmuck, Wetzsteine, Webgewichte, Spinnwirtel sowie eine halbe kufische Münze, eine vergoldete Münzbrosche, ein bronzener Kamm, eine Hufeisenfibel, ein bronzenes Riemenzungenende, eine Schließe. Mehrere tausend Fundstücke sind in die Auswertung gekommen. Bemerkenswert sind 117 steinzeitliche, 12 bronzezeitliche, 6 vorrömisch eisenzeitliche, 39 röm. kaiserzeitliche und völkerwanderungszeitliche, 20 wikingerzeitliche, 25 mittelalterliche und 172 undatierte Fundstellen in der „Altgemeinde Kosel“, größtenteils von Helmut Hingst dokumentiert. Die Gemeinde Kosel besitzt insgesamt drei Endmoränenseen: Bültsee (20,1 ha Wasserfläche) mit offizieller Badestelle, Kollsee (3 ha Wasserfläche) und Langsee (26,8 ha Wasserfläche). Dazu kommt der Wesebyer See, der vermutlich früher mit der Großen Breite der Schlei eine Einheit gebildet hat.