Ein komplettes Bio-Vollsortiment findet sich auf Hof Schoolbek, von Grundnahrungsmitteln und Schokolade über regionale Käse- und Wurstspezialitäten bis hin zu Obst und Gemüse; auch Getränke, Waschmittel, Wolle und Textilien gehören dazu. Herzstück ist die Direktvermarktung hof eigener Erzeugnisse - und die kam vor 25 Jahren mit einem kleinen Verkaufsraum in Schwung.

"Es fing mit dem Rhabarber an", erinnert sich Susanne von Redecker. Vor 27 Jahren haben sie und ihr Mann den Hof gekauft, inklusive eine rund 2000 Quadratmeter große Fläche mit dem rotstieligen Gewächs, das den Redeckers gleich im ersten Frühling einen reichen Erntesegen bescherte - mehr als ihnen lieb war. Wohin also mit der Rhabarber-Flut?

Susanne von Redecker besann sich auf eine Vermarktungsidee, die sie in Dänemark vielfach beobachtet hatte, und stellte die Stängel zum Verkauf gebündelt an den Straßenrand. Später kam noch selbstgekochte Marmelade hinzu. "Das wurde gut angenommen", erzählt die gelernte Bankkauffrau.

Mit der Zeit wurde es immer mehr mit der Direktvermarktung, für die 1985 ein kleiner Verkaufsraum im Wohnhaus eingerichtet wurde. Vor gut 20 Jahren begann der Diplom-Landwirt Eberhard von Redecker, sich mit Elan und Experimentierfreude dem Bio-Anbau von Erdbeeren, Kartoffeln und Gemüse zu widmen. Dabei war es nicht in erster Linie der Umweltgedanke, der zu einer Umstellung des Betriebes führte, sondern die zweite Tochter, die als Baby keine konventionell hergestellte Nahrung und Kleidung vertrug.

Ihr und anderen Kindern gesunde Alternativen zu bieten, war die Triebkraft bei der Umstellung auf "Bio". ßberzeugungsarbeit für ihre unbelasteten Lebensmittel mussten die Redeckers nicht leisten: Mit Offenheit und Neugier kamen und kommen die Kunden sowohl aus den umliegenden Dörfern als auch aus den Städten der näheren und weiteren Region.

Familie und Beruf ließen sich mit dem Geschäft gut vereinbaren, für die angestrebte Promotion in Geschichte blieb der zweifachen Mutter allerdings keine Zeit. Dafür wurden weitere Vertriebswege erschlossen - zum Beispiel der Erdbeerverkauf in der Eckernförder Fußgängerzone - und 1997 der Verkaufsraum erweitert.

Einen tiefen Einschnitt gab es vor vier Jahren, als Eberhard von Redecker nach langer Krankheit verstarb. Er hinterließ nicht nur eine große Lücke in der Familie, sondern auch im Betrieb. Während der Kontakt zur Stammkundschaft Susanne von Redecker durch diese schwere Zeit half, galt es, den Hof zu verkleinern. Aus 100 Hektar Wirtschaftsfläche wurden rund 20, auf denen aber immer noch eine große Vielfalt wächst - angefangen bei Blumen und Erdbeeren zum Selberpflücken über Grünspargel und Zucchini bis hin zu ßpfeln und Pflaumen. Auch drei Schweine gehören zum Hof. Eine Besonderheit sind die Flächen, die im Rahmen eines Artenhilfs-projektes selten gewordenen Pflanzen neuen Lebensraum bieten.

Zum 25-jährigen Hofladen-Bestehen gewährt Hof Schoolbek am Freitag, 4. Juni, zehn Prozent Rabatt auf Lebensmittel und 15 Prozent auf Kleidung. ßffnungszeiten des Hofladens: Mo + Fr 9 bis 18 Uhr, Mi + Sa 9 bis 13 Uhr.

1630 | 580 Wolfgang Dreesen
Letzte Aktualisierung: 31.05.2010

Quellenangabe und Copyright:
29.05.2010 | Birte Sieland | Eckernförder Zeitung, shz.de
http://www.shz.de/lokales/eckernfoerder-zeitung/am-anfang-war-der-rhabarber-hut-id2234511.html