Aus dieser Sammelleidenschaft ist jetzt eine Kunstausstellung entstanden, die am 20. Januar, 19.30 Uhr, in der Laurentia-Stube eröffnet wird. Unter dem Titel „Begegnungen“ werden Bilder und Skulpturen mit Koseler Ackersteinen ausgestellt.

Im November zeigte Ute Christiansen auf dem Koseler Heimatabend Funde, die sie auf Koseler Äckern gefunden hat. Das waren Flintwerkzeuge aus der Jungsteinzeit, Scherben aus der römischen Kaiserzeit und Knochen und Zähne von den lang ausgestorbenen Auerochsen. „Ich sammelte aber auch Steine, weil sie in ihrer Form und Maserung oft die Assoziation: Augen, Nase, aufgerissenes Maul, Hügel und vieles mehr, nahe legten“, so Christiansen. Aus diesen Steinen fertigte sie zum Teil Skulpturen, aber auch Bilder an. Die Steine sind zum Teil naturbelassen, andere bearbeitete die Künstlerin mit wenigen Strichen und etwas Farbe, um den Ausdruck, den sie sah, zu verdeutlichen.

Christiansen ist selbstständige Sportpädagogin und Bewegung und Energie sind ein immer wiederkehrendes Thema in ihrer Kunst. „Ich versuche Energie und Bewegung in meinen Bilder einzufangen. Bei längerem Betrachten verändern sie sich und man entdeckt immer etwas Neues“. Neben der Steinkunst, sind in der Ausstellung auch andere Werke der Künstlerin zu sehen, die sehr vielfältig sind. Die Ausstellung solle auch ein Anreiz für die Betrachter sein, ihre eigene Phantasie anzuregen.

Bevor sich Christiansen auf Sport spezialisierte, studierte sie in Bielefeld Sozialwissenschaften, Pädagogik und Kunst und Werken. Das Steine Sammeln beschreibt Christiansen auch als einen meditativen Spaziergang. „Es macht mir riesen Spaß über die Äcker zu spazieren und mich von der Natur beschenken zu lassen“, so Christiansen. Es gebe Steine, die ziehen einen direkt an, andere stoßen einen ab. „Mich haben schon viele angesprochen, weil sie auch schon viele, schöne Steine gesammelt haben und die tollsten Dinge darin sehen“, erklärt die gebürtige Husumerin. Das Bild „Begegnungen“ nach dem die Ausstellung benannt ist, fertigte Christiansen in einem halben Jahr an. Immer wieder fand sie neue Steine und fügte sie hinzu. „Da steckt auch ganz viel Spiel drin, ich war richtig traurig, als das Bild dann fertig war.“

Das besondere bei der Anfertigung der Steinbilder ist, dass die Steine zuerst auf die Leinwand geklebt werden und dann erst gemalt wird, da die Steine sonst nicht hängen bleiben. Also ein umgekehrter Schaffensprozess, zuerst kleben die Steine, die durch eine paar Striche und Farbe zum Leben erweckt werden. Anschließend bekommen die Gesichter einen Körper oder einen Hintergrund, je nachdem, wie die Steine wirken.

lau
1027 | 310 Wolfgang Dreesen
Letzte Aktualisierung: 23.01.2017

Quellenangabe und Copyright:
18.01.2017 | Lau | Eckernförder Zeitung, shz.de
http://epaper.shz.de/shz/2017/01/18/ez/11/art-0112.html