Der Wanderweg entlang des Bültsees in Kosel ist ein „Traumweg“, sagt Anja Brandt aus Gammelby. Täglich ist sie mit ihrem Hund am See unterwegs und genießt, wie viele andere auch, die tolle Landschaft. Seit Anfang Mai aber, seitdem das Wetter so sommerlich ist, da vergeht ihr die Freude. Da findet sie fast täglich morgens Abfall vor allem im Bereich des Steges an der Nordostseite in Verlängerung des Schmiederedders. Pizza-Kartons, leere Getränkedosen und Flaschen, vor allem Softdrinks, Aluminiumfolie und Verpackungen von Chips oder Süßkram sammelt die Hundehalterin an dem offensichtlichen Partyplatz auf. Vor allem der Müll im Wasser stört sie. Flaschen und Plastik haben in dem in der Eiszeit aus einem Toteisloch entstandenen See unter Naturschutz nichts zu suchen. Schätzungsweise acht große Tüten voll Müll sind schon zusammengekommen und füllten ihre private Mülltonne.

„Aber das Maß ist voll“, sagt sie und wendete sich an den Koseler Bürgermeister. Doch der konnte nicht helfen und riet, sich auf die Lauer zu legen und die Verursacher zu erwischen. Das aber möchte Anja Brandt nicht. Das sei nicht ihre Aufgabe. Sie findet es gut, dass viele das Seeufer und die Landschaft, jeder auf seine Art, genießen. „Aber der Müll muss wieder mit“, sagt sie. Sie vermutet, dass Jugendliche aus dem Ort sich dort treffen und dann leider alles liegen lassen. Vielleicht hätte sie nicht immer den Müll mitnehmen sollen, dann hätte es den Besuchern auf Dauer vielleicht auch nicht mehr gefallen, wendet sie ein. Ein paar Euro Pfand hat sie zwar schon eingesammelt, aber darauf könnte sie auch verzichten, sagt Brandt und hofft auf ein Einsehen.

Kosels Bürgermeister Hartmut Keinberger versteht den Ärger der Bürgerin und dankt für ihr Engagement. Leider sei er da machtlos, er könne nur an die Vernunft der Leute appellieren. „Wer sein Picknick mitbringt, der kann es auch geleert wieder mitnehmen“, sagt er auf Nachfrage der EZ . Er sprach mit dem Miteigentümer der Steganlage. Dieser berichtete ihm, dass die Eigentümer seit Jahren schon Abfall an der Stelle einsammeln müssten, sonst würde der Platz total vermüllen. Zudem würden von ihnen angebrachte Schlösser an der Absperrung des Stegs immer sofort aufgebrochen werden. Keinberger ergänzt, dass die Gemeinde sich schon sehr bemühe, alles sauber zu halten. So werde regelmäßig an der offiziellen Badestelle des Sees Müll eingesammelt.

Noch mehr Mülleimer aufstellen könne die Gemeinde aber auch nicht. Die Gemeindemülleimer würden auch gerne von Unbekannten genutzt, um ihren Privatmüll dort kostenlos zu entsorgen, so der Bürgermeister. So musste die Gemeinde Kosel jüngst innerhalb einer Woche solche Müllablagerungen auf Gemeindekosten entsorgen, berichtet Keinberger. So fand der Gemeindearbeiter am Altkleidercontainer Matratzen und Bettzeug und an einem Mülleimer in Bohnert paketweise Windeln für Erwachsene und diversen weiteren Müll.

Dirk Steinmetz

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Letzte Aktualisierung: 04.07.2018

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04.07.2018 | Dirk Steinmetz | Eckernförder Zeitung, shz.de
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