Ornum

Historische Wanderung

Auszüge aus „Historische Wanderung Teil I“

Jetzt brechen wir auf zu einem letzten Teil unserer CDU-Tour. Wir begeben uns auf die Asphaltstraße in Richtung Kosel. Vorbei geht es an dem uns nun bereits vertrauten Hünengrab und dem Gedenkstein der Schlacht von Missunde 1864.

Der Name Ornum stammt wohl aus jütischen Sprachbereich. Ein Ornum ist nach jütischem Landrecht ein Stück Land eigener Grundherrschaft, das keiner Feldgemeinschaft unterliegt.

Soldatengrab 1864

Wir gehen auf dem Ornumer Weg
parallel zum Noor weiter und gelangen zum Soldatengrab 1864. Ein Tor lädt ein, über die Wiese bis zur umfriedeten Eiche zu gehen. An
der Eiche liegen 12 preußische
Soldaten begraben. Eine CDU-Gruppe hat dieses Grab, das nach Ansicht einiger Bürger etwas verwahrlost war, wieder instand gesetzt und zu einem Feldgottesdienst am 2. Februar 2005 angeregt, weil es in einem Augenzeugenbericht geheißen hat, dass diese Soldaten damals ohne „Sarg, ohne Sang und Klang und in aller Eile" bestattet worden sind. Übliche Totenehrungen mussten damals unterbleiben wegen des nahen „Feindes“. Am 2.  Februar 2005 haben dann hier die Evangelische Militärseelsorge, das Bundeswehr- Landeskommando Schleswig-Holstein und die Deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammen mit dänischen Soldaten einen Feldgottesdienst abgehalten.

 

 

Kosleler Au und Ornum Mühle

Wir gehen zurück auf den Weg und dann über die Brücke, die über die Kosder Au führt und stehen vor der Ornumer Mühle, von der nur noch der Mühlenhügel zu sehen ist.

Die Koseler Au ist Schwansens größter Wasserlauf. Er entspringt in dem 30 bis 40 Meter hohen Kollholz (in Kollhüh), heißt hier zunächst Kollholmer Au und führt dann ab Kosel den Namen Koseler Au. Hier, wo wir stehen, trieb früher die Au die Ornumer Mühle an, die Au durfte dazu auf 2 Meter angestaut werden. Sie war in der Gegend zunächst nicht die einzige Mühle, im Dorf Kosel stand ebenfalls eine bis zum Jahre 1629. Wallensteins Vorhut zerstörte sie, daraufhin wurde sie nicht mehr aufgebaut, weil sich das Domkapitel und Kay von Ahlefeld, der Besitzer von Ornum und Eschelsmark einigten, dass fortan die Dörfer Kosel und Weseby der Mühle von Ornum zugewiesen werden sollten. „An das Domkapitel in Schleswig musste der Müller für diesen Zweck jährlich 3 Heidscheffel Roggen liefern. Diese Mühle war ausreichend für die wenigen Menschen, die damals hier lebten; denn nach der Besetzung durch verschiedene Truppen im 30-jährigen Kriege, die mordeten, raupten, plünderten und zerstörten, war auch noch die Pest über die Dörfer gegangen mit ihren schlimmen Folgen.

Was wissen wir noch über die „Ornumer Mühle" und ihre Besitzer?

„Im Jahre 1785 wurde die Mühle mit 14 Tonnen Land für 4000 Reichstaler, dän. Kurant und einen Kanon von 216 Rtlr. an den Müller Claus Boock von dem Landrat von Qualen verkauft.... Der Mahlbetrieb nahm stetig zu. So baute man eine Bockmühle die aber später einer Holländer Mühle weichen musste." Bald aber wurde der Mühlenzwang aufgehoben und viele gingen zum Mahlen nach Gelbyholz in Angeln und nach Norby. Die Ornumer Wassermühle fiel 1810 einem Brand zum Opfer und wurde zunächst wohl wieder aufgebaut aber durch eine Windmühle (Bockmühle) ergänzt. 1857 wurde sie aber schon wegen Baufälligkeit abgerissen und ganz durch eine holländische Windmühle ersetzt. Diese wurde 1902 abgebaut und nach Laboe verkauft. Heute kann man noch diesen alten Mühlenhügel erkennen. Einstmals war diese Mühle für die Umgebung von großer wirtschaftlicher Bedeutung. In Laboe war der Mühle ebenfalls kein langes Bleiben beschieden. 1906 dort aufgebaut und weithin sichtbar, wurde sie zu Kriegsbeginn 1914 in Brand gesteckt, um nicht als Markierungspunkt für eventuellen feindlichen Beschuss zu dienen.

 

Gut Ornum

Schließlich gelangen wir zum Gut Ornum nach einem etwas längeren Weg. Sie werden aber auf dieser etwas längeren Strecke durch den herrlichen Blick links über das Ornumer Noor entlohnt. Im Mai, wenn der Raps blüht, ist dieser Blick einmalig. Die Komposition der typisch schleswig-holsteinischen Farben leuchten in eindrucksvoller Pracht: Das Gelb der Rapsfelder, das Grün des Weidelandes, das Blau des Himmels, das Weiß der Wolken und dazu das Widerspiegeln der Farben im Wasser des langgestreckten Noors. Es gibt in Schleswig-Holstein keinen zweiten Ort, der die typischen schleswig-holsteinischen Landschaftsfarben so bildschön wiedergeben kann.

Übrigens: Ein Noor ist eine Meeresbucht, deren offener Zugang zum Meer verschilft ist. Wo aber ist hier das Meer, die Ostsee? Wir erklärten es bereits in Missunde. Die Schlei ist kein Fluss, sondern ein Teil der Ostsee.

Das Herrenhaus des Gutshofes Ornum liegt links
am Weg und ist von hohen
Bäumen fast gänzlich dem
neugierigen Besucherblick
entzogen. Noch im 15. Jh. ist
Ornum als Dorf ausgewiesen.
lm 16. Jahrhundert treten dann
Besitzer des Gutshofes auf,
deren Grabsteine zum Teil heute an der Koseler Kirchenmauer angebracht sind. Namen wie Marquard Seestede, von Hacke, Rantzau zu Eschelsmark, Ahlefeld, Koch, einige Kaufleute, dann Mylord im 19. Jh. sind als Besitzer von Omum zu nennen. Das Gut ist heute im Besitz der Familie Freiherr Ulrich von Wagner.

Am Ende einer langen Allee befindet sich das Gutshaus. Die Stallungen des Gutshofes brannten 1803 bis auf die Grundmauern nieder. Das Gutshaus selber, „früher nahe am Ornumer Noor belegen“, brannte 1826 und wurde dort nicht wieder aufgebaut. Das heutige Gutshaus wurde 1830 an höherer Stelle errichtet. 1876 wurde die Scheune Raub der Flammen durch Brandstiftung. 1884 brannte das Kuhhaus. Ein schöner Park, der bis ans Noor reicht, umgibt das Gutshaus.