Filigrane Motive, gestochen scharf auf Glasober-flächen gemalt, das macht die Arbeiten von Dörte Nürnberg aus Eckernförde aus. Seit über 18 Jahren hat sich die heute 82-Jährige der Glasmalerei verschrieben. Fast 100 Arbeiten der Glashandwerkerin werden in einer neuen Ausstellung in der Laurentia-Stube in der Alten Schule Kosel bis zum 19. November ausgestellt. Die Ausstellung wird morgen um 19 Uhr eröffnet.

Nachdem Dörte Nürnberg 20 Jahre in der Praxis ihres Mannes mitarbeitete, suchte sie mit dem Wechsel in den Ruhestand eine neue Herausforderung. Schon lange vorher hatte das Ehepaar internationales Glas für sich entdeckt und gesammelt. Das war ihr Ansatz.

Ihr Basiswissen erwarb sich Dörte Nürnberg mit ein paar weiteren Frauen bei einem intensiven Lehrgang in Dänemark. Bei einem Glaskünstler lernten sie Glas schneiden, bemalen, schmelzen und brennen kennen. Seitdem hat sich Nürnberg viel weiteres Wissen in ihrem Handwerk angeeignet und praktische Erfahrungen gesammelt. In ihrem Haus hat sie einen Brennofen eingerichtet, der es ihr ermöglicht, bemaltes Glas in mehreren Arbeitsgängen zu konservieren. Jedes Objekt müsse drei mal jeweils 14 Stunden gebrannt werden, bevor es gebrauchsfertig sei. Jede Farbe benötigt verschieden lange, das mache es sehr zeitaufwendig, aber „es macht mir einfach immer wieder viel Spaß“, sagte sie.

Zu ihren Lieblingsmotiven zählen maritime Darstellungen. Besonders Fische aller Größen finden sich auf ihren Gläsern. Auf den ersten Blick sehen die kleinen Bilder aus, wie wenn sie das Glas geschliffen hätte. Doch das trifft nicht zu. Mit extrem ruhiger Hand führt sie den Pinsel und reiht einen Fisch an den anderen, einer wie der andere ausschauend. Blau, Gold und Silber mag sie als Farben besonders, und so erscheinen viele Glasobjekte in jenen Farbkombinationen. Aber auch kräftiges Rot und Orange mag sie gerne.

Aufgespannt auf eine Töpferscheibe zieht sie mit ruhiger Hand umlaufende Streifen auf Vasen und Gläser, so fein und akkurat, dass unwillkürlich der Eindruck von Professionalität entsteht. „Jedes Glas ist ein Unikat“, sagte Nürnberg, einzig, wenn sie mal ein Set Weingläser bemale, dann bemühe sie sich um Einheitlichkeit.

Alle Objekte bietet sie auch zum Verkauf an. Dabei ist es ihr wichtig, dass ihre Glasarbeiten erschwinglich sind, nicht teurer als ein Blumenstrauß, den man als kleines Geschenk übergibt. „Es ist mein Hobby“, sagte sie und sie möchte anderen eine Freude machen.

Für Jutta Kreuziger ist es eine Freude, dass Dörte Nürnberg ihre Arbeiten ausstellt. „Sie konnte dieses Jahr nicht unter dem Himmel von Bohnert mitmachen, da kam uns die Idee, eine Ausstellung in Laurentia zu machen“, sagte Kreuziger, die sich mit um die Nutzung der Stube für Ausstellungen kümmert. „Ich bin froh, dass wir die Arbeiten zeigen können“, sagte Kreuziger, die auch bei der Auswahl der Teilnehmer für die Kunstveranstaltung unter dem Himmel von Bohnert Wert auf besondere Kunstfertigkeiten der Teilnehmer legt. Davon können sich Besucher der Ausstellung donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr selber überzeugen. Zur Eröffnung werden kleine Häppchen und Wein angeboten.

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874 | 332 Wolfgang Dreesen
Letzte Aktualisierung: 16.09.2016

Quellenangabe und Copyright:
15.09.2016 | Dirk Steinmetz | Eckernförder Zeitung, shz.de
http://epaper.shz.de/shz/2016/09/15/ez/12/art-0126.html