Der Ball ist rund. Ein Spiel dauert 90 Minuten. Das Runde muss in das Eckige. Die Liste von Kalendersprüchen zum Fußball ist schier unendlich, und wie viel Wahrheit in jedem einzelnen liegt, können Experten bewerten. Wahr ist auf jeden Fall, dass die Fußballschule des TSV Kosel unter der Leitung von Stefan Ruch immer ein Erfolg ist und dies auch unter erschwerten Bedingungen.

Seit vielen Jahren organisiert und leitet Stefan Ruch zusammen mit Jens Harder die Ferien-Aktion, nimmt dafür seinen Jahresurlaub und vertieft die Begeisterung für den Fußballsport für die Fünf- bis 14-jährigen Nachwuchskicker. „Tatsächlich mussten wir in diesem Sommer zum ersten Mal an zwei Tagen die Fußballschule ausfallen lassen, weil der Dauerregen das Fußballfeld in eine Schlammwiese verwandelt hat. Die Kids wären nach wenigen Minuten klitschnass gewesen“, so Stefan Ruch am letzten Tag der Fußballschule.

Rund zwanzig Kinder und Jugendliche waren in die Fußballschule gekommen. So mancher sei an die Urlaubsplanung der Eltern verloren gegangen, andere waren am Freitag schon auf den Piratentagen zu finden. „Vor Jahren hatten wir vierzig Teilnehmer“, erinnert sich Stefan Ruch. Allerdings gibt es heute so viele Freizeitangebote, dass auch populäre Sportarten wie der Fußball im Land des Weltmeisters um die Nachwuchssportler kämpfen müssen.

In Kosel gelingt das zumindest in den Ferien immer noch. Konstantin Mittendorff macht zusammen mit seiner Familie Urlaub im Ferienhaus in Kosel und ist seit mehreren Jahren immer bei der Fußballschule dabei. Lernen würde man da immer was, und da er selbst zuhause im Verein Fußball spielt, nimmt er das Angebot in den Ferien „gerne mit“.

Ratlos werden alle Gesichter, als die Frage gestellt wird,warum sie sich immer für Fußball entscheiden, wo es doch so viele andere coole Angebote gibt. Cooler als Fußball? – Für die Teilnehmer in Kosels Fußballschule ist das kaum denkbar. Da geht nichts über Fußball, da wird auf dem regenschweren Grund gekickt und gekämpft, was das Zeug hält. „Wir üben alles, von der Technik bis zur Teamarbeit“, sagt Stefan Ruch, der aber betont, dass es am Ende vor allem um den Spaß geht.

Das sieht auch die kleine Ida-Sofie Marten so. Als einziges Mädchen gehört sie auch noch zu den Jüngsten. Ihr Ehrgeiz ist aber so groß wie bei den älteren Teilnehmern. Sie dribbelt mit dem Ball, schießt gezielt ein Tor. Rücksicht nehmen die Jungs auf das Mädchen nicht. „Wer hier spielen will, muss spielen“, sagt der gleichaltrige Merlin Röber. Da wird Ida-Sofie genauso gefordert wie alle anderen. Der Lütten gefällts. Eine Sonderbehandlung brauchte sie nicht. Und so hatte Stefan Ruch keine großen Sorgen, obwohl die Gruppe so heterogen war. „Am Ende kommen alle her, um zu kicken“, weiß der erfahrene Trainer, der mit Ruhe und dem richtigen Ton, alle Kicker unter Kontrolle hat. Am letzten Abend wurde gemeinsam bei Grillwurst gefeiert. Die Eltern brachten Salate mit. Ob sie im nächsten Jahr wieder dabei sind? Da waren sich alle Nachwuchssportler schon jetzt ganz sicher.

1167 | 454 Wolfgang Dreesen
Letzte Aktualisierung: 04.08.2015

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03.08.2015 | Iris Paulsen | Eckernförder Zeitung, shz.de
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