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Am Ende half nur ein dicker Tampen und ein Anker, dann war die Schilfinsel wieder fixiert. Fragt sich nur, wie lange? Das rund 30 mal sechs Meter große Eiland hing nur noch an einem Seil und drohte mal wieder, sollte sich auch die letzte Befestigung noch lösen, in Richtung des Campingplatzes Wees abzutreiben. Schon seit Jahren wandert die Insel auf der Schlei hin und her. Gerade im letzten Jahr konnten die Steganlage und die Boote am Campingplatz nur ganz knapp davor geschützt werden, von der Wucht der Insel zerstört zu werden. Ein Naturschauspiel, das so gar nicht nach dem Geschmack der Anwohner ist.

Kosels Bürgermeister Hartmut Keinberger hatte daher für Sonntag die örtliche Feuerwehr und das Seenotrettungsboot der DGzRS informiert, um die Insel dahin zu verfrachten, wo sie hingehört. Dabei war die Gemeinde mal wieder auf sich allein gestellt. Das Wasser- und Schifffahrtsamt, das für die Schlei als Bundeswasserstraße zuständig ist, habe erneut mitgeteilt, dass es nur tätig werde, wenn die Insel eine Gefahr für die Schifffahrt darstelle und im Fahrwasser treibe. Also muss Gemeindechef Keinberger immer wieder selbst nach Lösungen suchen und den Helfern von der Feuerwehr, unter Leitung von Marco Wolfsmüller, und der Besatzung der „Walter Merz“ für ihren Einsatz danken.

Zuletzt wurde die Insel im Sommer vergangenen Jahres mit 200 Meter Seil, fünf Ankern und Pfählen an der Uferseite befestigt. „Wir hoffen immer, dass die Insel sich verwurzelt“, sagt Campingplatzbetreiberin Anke Nissen. „Die Insel ist immer in Bewegung“, sagt Keinberger, der Wasserspiegel verändere sich je nach Windrichtung, auch die Strömungen sorgen dafür, dass die Insel einfach nicht zur Ruhe komme. Und auch die Befestigung unterliegt somit ständiger Bewegung und löst sich. Dass die Insel wieder mit dem übrigen Schilfgürtel verwächst, schließt Keinberger inzwischen aus.

Gestern versuchte die Crew der „Walter Merz“ die Insel wieder zurückzuschieben, auch Michael Meyer, Nils Reimer und Jens Rußbüld hielten mit dem Rettungsboot der Koseler Wehr dagegen – vergebens. „Wir haben Niedrigwasser, die Insel sitzt auf dem Grund auf“, berichtete Thomas Heiden, der mit Mario Hemmersbach Frank Tapper und Frank Friedel, zur Crew des Seenotretters gehört. Daher hat man sich entschieden, die Insel wieder mit einem Seil zu fixieren, um beim nächsten Hochwasser erneut einen Versuch zu starten, sie wieder zurück zu schieben.

Achim Messerschmidt

1041 | 401 Wolfgang Dreesen
Letzte Aktualisierung: 18.10.2016

Quellenangabe und Copyright:
17.10.2016 | Achim Messerschmidt | Eckernförder Zeitung, shz.de
http://epaper.shz.de/shz/2016/10/17/ez/13/art-0137.html