Weseby, früher ein Fischerdorf,  ist das kleinste Dorf unserer Gemeinde, historische Spuren sind kaum sichtbar, dennoch ist dieser Ort geheimnisumwittert. Er zeugt von frühester Besiedlung. Speerspitzen von Rentierjägern aus der Weichseleiszeit  (10.000 v. Chr.) werden hier noch heute an der Abbruchkante der Großen Breite in Weseby gefunden. Diese Abbruchkante, an der ein Wanderweg entlang führt, besteht aus Sander und ist überlappt von einer Düne. Die Zusammenstellung ist einzigartig in Deutschland.

Hier nahm 1250 der tragische Brudermord (Herzog Abel ließ seinen Bruder König Erich im Boot vor Missunde erschlagen) seinen Ausgang, als der Herzog auf der Koseler Heide (nach dem II.WK aufgeforstet) ein Fest gab. Helfershelfer brachten den dänischen König Abel in einem Ruderboot sprichwörtlich „um die Ecke“, als sie uneinsehbar von den Feiernden in die Schleienge Missunde einbogen. Im 15. Jahrhundert muss hier ein Fürst Weser ein Wasserschloss (eine Burg?) besessen haben. In einer Sage heißt es, dass er auf der Ostsee der Großen Breite der Schlei sein Unwesen trieb.

Aus den geschichtlichen Verhältnissen jener Zeit ist zu folgern, dass Fürst Weser ein Pirat auf Kaperfahrt war. Vermutlich benutzte er dieses Schloss nach seinen Raubzügen auf der Ostsee als Rückzugsort. Seinen Kaperbrief wird er vom dänischen König „Erich von Pommern“ (1412-1439) erhalten haben. Das kann auch der Grund gewesen sein, warum die gegen den dänischen König kämpfenden Herzöge von Holstein und Braunschweig, sowie die mit ihnen im Bund stehende Hansestadt Hamburg das Schloss in Weseby belagerten als sie gemeinsam 1417 gegen Erich von Pommern zu Felde zogen. Weil, wie zu dieser Zeit für viele Piraten üblich, der Fürst einen Kaperbrief besaß, wollten die Belagerer ihn persönlich wohl verschonen. Der Fürst aber verlangte, dass alle seine Kampfgenossen frei kämen. Daraufhin wurde das Schloss in Brand gesetzt. Der Fürst zwang seine fromme Schwester, die ihn immer wegen seiner Piraterie getadelt hatte, mit ihm auf die höchste Zinne zu steigen. Von dort sprang er mit ihr in den Tod.

Der Schlossgraben war noch Mitte des 20. Jh. zu erkennen. Die Sage berichtet weiter, dass anschließend das Dorf Weseby von den Steinen des Schlosses erbaut worden ist. Schwere Eichenbalken, vor einigen Jahren  eingebaut in ein Wesebyer Bürgerhaus -nach Abriss einer alten Diele-, sollen aus diesem Schloss stammen. Die Kämpfe der schleswig-holsteinischen Erhebung (1848-50) und des Deutsch-Dänischen Krieges (1864) haben hier sichtbare Spuren (Verlängerung Tannenweg aus dem Dorf heraus) durch die heute noch erkennbaren Laufgräben der Dänen hinterlassen. Fraglich ist, ob der Fürst Weser der Namensgeber des Dorfes Weseby ist. Vieles deutet darauf hin, dass Weseby den Namen nach seiner Lage auf der Wiese bekommen hat: Weseby=Wiesen-Dorf (Jütisch by=Dorf, Flecken).

Weseby hat sich vom Fischer- übers Bauerndorf zu einem beliebten Feriendorf entwickelt. Zahlreiche Ferienhäuser umsäumen die Ufer der Schlei. Ein schöner Sandstrand an der Großen Breite lädt zum Baden und Surfen ein. Will man als Wanderer in Weseby eine Pause einlegen, dann ist man beim Naschikönig richtig. Hier kann man am Kaffeetisch ausruhen. Am Kiosk gibt es unentgeltlich Wanderkarten. Liebt man Bio-Erzeugnisse, dann sollte man unbedingt in Schoolbek (Ortsteil von Weseby in Richtung Kosel) im Bio-Hof einkaufen.

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Bild 1: Eingebaute Eichenbalken aus dem Schloss des Fürsten Weser in einem Wesebyer Bürgerhaus.

Bild 2: So hat man früher große Eichenbalken auf der Wesebyer Hofstelle von Bauer Hannes Goos bearbeitet.

Bild 3: Blick über den Wesebyer See auf die Große Breite der Schlei.