Das Land aktualisiert den Landschaftsrahmenplan. In allen Gemeinden wird derzeit über Stellungnahmen beraten, meist erfolgt keine detaillierte Stellungnahme. Nicht so in Kosel. Dort empfahl der Bau- und Umweltausschuss bei seiner Sitzung eine detaillierte Stellungnahme. Und auch wenn Landschaftsrahmenpläne keine unmittelbare verbindliche Rechtswirkung gegenüber Privatpersonen haben, so könnte ihnen schon eine gewisse Bedeutung zukommen. Davon sind engagierte Gemeindevertreter um Dr. Christiane Knabe (Bündnis 90/Grünen) überzeugt. Nämlich genau dann, wenn es um die Ausweisung einer Bauschuttdeponie Klasse 1 an der B 76 geht (wir berichteten). Dort könnte es auch zu einem Gerichtsverfahren zur Überprüfung des Planfeststellungsverfahren kommen, in dem das Gericht auf die bisherigen Positionen der Gemeinde schauen könnte, hieß es. Wenn Kosel aber seine Position in neuen Plänen nicht aktualisiere, könnte der Eindruck entstehen, es wäre der Gemeinde gleich, meinte Ausschussvorsitzende Ina Möbius (Bündnis 90/Grüne).

Als Stellungnahme empfahl der Ausschuss bei einer Enthaltung folgenden Passus: Kosel verfolgt das Planungsziel, die Lokale Biotopverbundachse „Toteis-See-Achse“ im Sinne einer Durchgängigkeit weiter zu entwickeln. Dazu zählt besonders auch die Anbindung an das Biotopverbundsystem Eckernförde sowie an die Verbundachse auf Landesebene. Außerdem fordert Kosel die Landesplanung auf, die Flächenausweisung „Vorrang der Rohstoffsicherung“ zu aktualisieren, wenn entsprechende Lagerstätten erschöpft sind. Die Beibehaltung würde konkurrierende Vorrangflächenausweisungen blockieren. Vor allem Manfred Bookmeyer hatte sich in die Materie eingearbeitet und erläuterte seine Ausarbeitung. Aufgrund der Grundwasserströmungen aus Richtung Eckernförder Bucht in Richtung Schlei durch eiszeitlich bedingte Binnensander hätten sie die Sorge, dass mögliche Austritte aus einer Deponie letztlich in der Schlei landeten. Die Fließrichtung spiegelt grob die bereits genannte „Toteis-See-Achse“ von Windebyer Noor, Großer und Kleiner Schnaaper See, Birkensee, Bültsee, Kollsee und Langsee und Holmer See wider.

Bookmeyer betonte, die Abgabe einer solchen Stellungnahme sei unschädlich und hätte keine rechtlichen Auswirkungen auf Private. Dies hatte Bauamtsleiter Norbert Jordan ebenso bestätigte, ergänzte Möbius.

Empfehlungen:

Kosel sollte nicht Mitglied einer zu gründenden Klimaschutzagentur des Kreises werden. Eine Mitgliedschaft hätte für Kosel nur Kosten ohne Nutzen, da nach dem Quartierskonzept bereits Handlungsanweisungen vorliegen.

In Bohnert soll am Vorplatz des Bolzplatzes eine Sanierung des Belags und Geländers sowie des Durchflusses der Au erfolgen. In Rücksprache mit der UNB sollen zwei Bäume gefällt werden.

Es sollen Vergleichsangebote für verschiedene Energiekonzepte für eine neue Heizungsanlage in der Alten Schule und Nebenanlagen eingeholt werden.

 
306 | 178 Wolfgang Dreesen
Letzte Aktualisierung: 16.11.2018

Quellenangabe und Copyright:
17.11.2018 | Dirk Steinmetz | Eckernförder Zeitung, shz.de
https://zeitung.shz.de/eckernforderzeitung/1940/1/