Platz nehmen, einsteigen, mitfahren: Eine Mitfahrerbank erhöht die Mobilität der Bürger. Wie diese Art modernes Trampens in Kosel umgesetzt werden soll, stand am Dienstag unter anderem auf der Tagesordnung des Tourismusausschusses. Als Vorsitzende leitete Bianka König den Ausschuss erstmalig.

Wer in Kosel kein Auto besitzt, hat derzeit nur zweimal am Tag die Möglichkeit, mit dem Bus in Nachbarorte oder nach Eckernförde zu fahren. Daher hatte der Gemeinderat bereits vor einem Jahr beschlossen, vor dem Dorfladen eine Mitfahrerbank zu installieren. Das Sitzmöbel steht schon. Nun ging es darum, eine geeignete Möglichkeit der Beschilderung zu finden, die zeigt, wohin die Wartenden fahren wollen. Allerdings stellte sich den Ausschussmitgliedern relativ schnell die Frage, ob eine Mitfahrerbank künftig noch Sinn macht, wenn – wie Bürgermeister Hartmut Keinberger mitteilte – durch Kosel ab dem kommenden Jahr zweistündlich eine Buslinie des ÖPNV verkehren solle.

Keinberger verwies auch auf ein anderes Problem, das sich im Gespräch mit den künftigen Mitfahrern ergab. Die Mitfahrerbank bietet nur ein One-Way-Ticket. Für junge Leute sei das in der Regel kein Problem, wohl aber für Senioren, die zum Beispiel nach dem Einkauf in der Stadt auch wieder nach Kosel zurückkommen wollen. Die Rückfahrt ist in die Mitfahrt jedoch nicht eingeschlossen. Es sei denn, so Keinberger, in den Zielorten gäbe es auch solche Bänke. Darüber wolle er sich mit seinen Bürgermeisterkollegen jetzt verständigen. Der Ausschuss will den Beschluss dennoch umsetzen, weil so eine Mitfahrerbank auch ein wichtiges Instrument der Nachbarschaftshilfe sei.

Nährboden brauchen Wildblumen nicht. Sie mögen es eher karg, um ihre Blütenpracht insektenfreundlich entfalten zu können. Dass Stellen mit Wildblumenwiesen auch das Dorfbild verschönern, konnten die Koseler in diesem Jahr am Gallbergring erleben, wo eine solche Wiese mit Samen aus einem Landesförderprogramm, betreut vom Deutschen Verband der Landschaftspflege, angesät worden war. „Die Blumenwiesen sind sehr beliebt, und die Leute wünschen sich dort sogar Bänke“, teilte Bianca König ihre Erfahrungen mit.

Für die kommende Saison hat die Gemeinde bereits Samen für 8000 Quadratmeter Blumenwiesen vorrätig. Der Ausschuss empfahl, alle geeigneten Gemeindeflächen, außer den verpachteten, als mehrjährige insektenfreundliche Wiesen anzulegen. Mit in den Beschluss nahmen sie auch den Hinweis auf, für diese Flächen ein Pflegekonzept zu erstellen, denn, so Rainer Bookmeyer, „Wildblumenwiesen sind zu jeder Zeit wichtige Biotope für Insekten und Kleintiere, auch wenn sie nicht mehr blühen.“ Die Fläche dann restlos zu säubern, wie es mehrfach erfolgte, würde die Idee des Förderprogramms zunichte machen.

 
334 | 88 Wolfgang Dreesen
Letzte Aktualisierung: 01.11.2018

Quellenangabe und Copyright:
26.10.2018 | Silvia Dammer | Eckernförder Zeitung, shz.de
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