Dennoch entschieden sich die Mitglieder des Bauausschusses mit fünf Ja- und zwei Nein-Stimmen dazu, den Flächennutzungsplan der Gemeinde zu ändern, ein „Sondergebiet Bauunternehmen im Koselfeld“ auszuweisen und dem entsprechenden vorhabenbezogenen Bebauungsplan zuzustimmen. Beide Beschlüsse standen am vergangenen Montagabend als Hauptpunkte auf der Agenda des Bauausschusses.

Vor der Diskussion der Gemeinderäte verpflichtete die Ausschussvorsitzende Ina Möbius Manfred Schnorr, der dem Bauausschuss künftig als wählbarer Bürger angehört. Grundlage für den Antrag des Bauunternehmers auf Änderung des Flächennutzungsplanes mit Ausweisung eines Sondergebietes ist, dass die Fläche, auf der die Hallen entstehen sollen, als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen ist. Aktuell lagerten dort die Baustoffe bereits genehmigt unter freiem Himmel. Die Bedenken gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes kamen vor allem von den beiden Grünen-Gemeinderätinnen, Ina Möbius und Dr. Christiane Knabe.

Dr. Christiane Knabe informierte über ein Planungsgespräch mit Landesplanern und der Kreisverwaltung, auf dem sich auch diese sehr kritisch zum Ansinnen des Bauunternehmers geäußert und eine Bauleitplanung im Koselfeld abgelehnt hatten. Die Ausweisung eines Sondergebietes anstelle eines Gewerbegebietes unterscheide sich vor allem darin, dass es zweckgebunden sei, also nur Bauunternehmer dort planen dürften. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes und eine Bauleitplanung würden aber Voraussetzungen für diese und weitere Baugenehmigungen auf dem Gelände schaffen. Außerdem werde dadurch ein Präzedenzfall geschaffen, der Eigentümer vergleichbarer Flächen dazu veranlassen könne, ähnliche Anträge zu stellen. Nicht außer Acht zu lassen sei auch der Landschaftsschutz. Das Firmengrundstück befindet sich im Landschaftsschutzgebiet und ist mit geschützten Gehölzen eingefasst. „Durch die Hallenneubauten entsteht ein nicht zu heilender Eingriff in das Landschaftsbild“, sagte Dr. Christiane Knabe.

Schon jetzt sei das Gelände keine landwirtschaftlich genutzte Fläche mehr, widersprach Bürgermeister Hartmut Keinberger. „Lagerhallen geben ein ordentlicheres Außenbild als unter freiem Himmel lagerndes Baumaterial ab“, fügte Hartmut Keinberger hinzu. Nicht zu vernachlässigen sei auch die Überlegung, dass mit der Genehmigung einem Unternehmer und Arbeitgeber die Möglichkeit offeriert werde, in der Gemeinde zu bleiben. sil

356 | 86 Wolfgang Dreesen
Letzte Aktualisierung: 29.08.2018

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29.08.2018 | Sil | Eckernförder Zeitung, shz.de
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